1911 - 1916

BENZ-GAGGENAU-LASTWAGEN

1911 - 1916

Als Lastwagen wurden ab 1911 zunächst die Typen SL 12 (vier Tonnen) und GL 12 (fünf Tonnen) gebaut. Die Motorisierung der leichtesten Variante lag bei 20 bis 45 PS, basierte stets auf Vierzylindern mit 3,6 bis 6,5 Liter Hubraum. Die anderen Modelle waren wahlweise mit 30 bis 50 PS zu haben. Der Antrieb erfolgte grundsätzlich über Kette auf die Hinterachse. Den SL 12 gab es ausschließlich mit 4.250 Millimeter Radstand, während SL 12 und GL sowohl in 4.250 als auch 4.560 Millimeter Abstand zwischen Vorder- und Hinterachse lieferbar waren.

BENZ-GAGGENAU-LASTWAGEN KL 14/ML 13

Ab 1913 lautete das Programm für die Schweren von Benz: zunächst die Typen KL 14 (2,0 bis 3,0 Tonnen Nutzlast), dann BK 13 (3,0 bis 4,0 Tonnen Nutzlast) sowie ML 13 (4,0 bis 5,0 Tonnen Nutzlast). Die Motorisierung der leichtesten Variante lag bei 30/35, 40/45 sowie 45/50 PS, denen Vierzylinder mit 4,7, 6,5 und 7,4 Liter Hubraum zugrunde lagen. Das mittlere Modell war wahlweise mit 40/45 oder 45/50 PS zu haben, den schweren Lkw gab es mit 45/50 PS. Der Antrieb erfolgte grundsätzlich über Kette auf die Hinterachse. Die beiden leichteren Varianten lieferte Benz in zwei Radständen, den Vier- bis Fünftonner im Einheitsradstand von 4.250 Millimetern. Gebaut wurden diese Lkw bis 1916.

„BENZ“ AB 1911 AUF DER KÜHLERMASKE

Mit Gesellschafterbeschluss vom 31. Dezember 1910 wurde nicht nur die Fabrik auf „Benz-Werke Gaggenau G.m.b.H.“ umgetauft, sondern auch die Geschäftsleitung neu besetzt und die angestammten Markenzeichen gegen den Schriftzug „Benz“ auf der Kühlermaske getauscht. Am 1. Januar 1911 war die Marke S.A.G. also Geschichte. Georg Wiß, der das Werk erst zehn Jahre vorher übernommen und dann auf den Bau von Nutzfahrzeugen eingeschworen hatte, schied aus. Wiederum zwei Jahre später vollzog sich die Fusion zwischen Mutter- und Tochtergesellschaft. Gaggenau fungierte nun als eine Zweigniederlassung von Benz & Cie.

ZUSAMMENSCHLUSS MIT DEM WETTBEWERBER

Die Rheinische Kreditbank in Mannheim hatte der S.A.G. zunächst den Interessenvertrag mit Benz & Cie vermittelt, der wenig später zum Zusammenschluss mit dem großen Wettbewerber führte. Die Geschäftsführung der Süddeutschen Automobilfabrik blieb fürs Erste weiterhin bei S.A.G.-Gründer Georg Wiß. Jedoch bestimmten die neuen Gesellschafter aus Mannheim, die das auf 350.000 Mark lautende Stammkapital gegen junge Benz-Aktien zu pari übernommen hatten, nun die Geschäftspolitik und besetzten bald auch die Führungsetage in Gaggenau.