1988 - 2002

UNIMOG BAUREIHE 427

1988 - 2002

Extrem vielgesichtig ist die Baureihe 427. Nicht weniger als zehn verschiedene Typen bestreiten von 1988 bis 2002 das Sortiment. Das Werk führt mit ihnen die bei den Leichten und Mittleren bereits vollzogene Neuordnung des Programms fort, obwohl sich äußerlich so viel nicht ändert. Sie schauen den Schweren von 1976 (Baureihen 424 und 425) sehr ähnlich.

NEUER DIREKTEINSPRITZER OM 366

Unterm Blech aber ersetzt der Direkteinspritzer OM 366 (in der KL-Leichtlasterreihe schon länger zugange) den alten OM 352. Dieser 6,0-Liter-Motor ist auch als Ladermotor lieferbar, ab den frühen 90er-Jahren kommt er im Unimog gar als obendrein Ladeluftgekühlter mit exakt 214 Pferdestärken.

DENKBAR HOHE VARIANTENVIELFALT

Zu den vielen Gesichtern dieser Baureihe zählen: sowohl hochgeländegängige Varianten als auch Zug- und Arbeitsmaschinen, zudem Triebköpfe. Das Spektrum an Typen reicht vom U 1000 über U 1200 sowie 1250 über den U 1450 bis hin zu U 1600 sowie U 1650. Die Radstände betragen 2.650 oder 3.250 Millimeter. Das Gesamtgewicht beginnt bei 7,5 Tonnen und reicht bis 13,7 Tonnen. Den Fahrerarbeitsplatz stattet Gaggenau mit einer Top-Ergonomie aus. Die Instrumententafel zum Beispiel ist – wie beim LK anno 1984 erstmals eingeführt – mit Durchlichttechnik ausgestattet.

MIT DEM FUNMOG IN DIE DISCO

Nicht zuletzt tut sich dann ein U 1400 als Freizeitmobil hervor, „Funmog“ genannt: Es ist kein Geringerer als der Tuner Brabus, der anno 1993 Hand anlegt. Doch es gibt zeitweilig auch einen anderen Kundenkreis: Japaner haben den Mercedes-Benz Unimog als Disco-Mobil entdeckt – der alte, wenn auch hochmoderne Kämpe, ein Nutzfahrzeug durch und durch, gilt auf einmal als schick bei jungem Publikum.

MEHR ALS 300.000 EXEMPLARE PRODUZIERT

Daimler-Benz reagiert mit dem Funmog, präsentiert einen wuchtigen, rabenschwarzen Unimog der großen Serie und einen metallic-roten aus der neuen, mittleren Baureihe. Beide zeichnen sich durch reichlich Chromschmuck aus. Prompt gewinnt der appetitlich gestaltete Funmog im Frühjahr 1994 die Wahl zum Geländewagen des Jahres. Wie unverwüstlich der Evergreen aus Gaggenau ist, zeigen auch die Stückzahlen: Im gleichen Jahr durchbricht der Unimog die Schallmauer von insgesamt 300.000 gefertigten Exemplaren – für ein Spezialfahrzeug eine sehr hohe Zahl.