1945 - 1954

SCHWERE LKW L 4500, L 5000, L 5500, L 325, L 330

1945 - 1954

Der L 4500 mit seinem Ursprung in den Kriegsjahren wurde schon in der unmittelbaren Nachkriegszeit – ab August 1945 –wieder produziert. Die typischen Kennzeichen der frühen Nachkriegsvariante waren aber das sparsame Äußere in Gestalt des Einheitsfahrerhauses aus Holz und winzigen Leuchten. Peilstäbe und Stoßstange fehlten ganz. Trotz großer Nachfrage blieben die Stückzahlen, bedingt auch durch den Rohstoffmangel, bescheiden. 290 Einheiten verließen das Werk Gaggenau 1945, im Jahr drauf wurden daraus 522 Einheiten. 1947 erreichte die Stückzahl gerade mal 405 Einheiten, um 1948 auf 893 zu steigen.

Die Tausendermarke durchbrach der schwere Gaggenauer erst im Jahr 1949, nachdem er zum L 5000 geworden war. Auf 5.000 Kilogramm Nutzlast aufgelastet kam er nun mit einem rundlichem Stahlfahrerhaus, das 1948 das eckige Holzfahrerhaus abgelöst hatte. Unter der Haube war – wie schon beim L 4500 – der bekannte Vorkammerdiesel OM 67/4 mit 112 PS eingebaut. Der Radstand betrug sowohl bei der Pritschen- als auch bei der Kipperversion einheitlich 4.600 Millimeter. In den Varianten F, M, KO sowie Sa gab es den L 5000 zudem als Fahrgestell für Feuerwehrfahrzeuge, als Müllwagen, als Fahrgestell für Kommunalfahrzeuge sowie als Sattelzugmaschine (die hatte den Radstand 3.260 Millimeter).

L 5500 als aufgelastete Variante

Von 1953 bis 1954 kam eine nochmals um 450 Kilogramm aufgelastete Variante mit der Typenbezeichnung L 5500 dazu, die wie der vorige L 5000 schon ab 1952 den OM 68/8 als Motor erhielt, der 120 PS leistete und knapp zehn Prozent sparsamer lief als der OM 68/4.

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Als L 325, äußerlich mit L 5000 und L 5500 identisch, führte Daimler-Benz diese Typen von April 1953 bis September 1957 weiter. Als Exportmodell blieb dieses Fahrzeug ab September 1957 bis August 1961 unter der Bezeichnung L 330 dann noch weitere vier Jahre im Programm. Wie den L 325 baute das Werk auch den L 330 als Pritschenwagen, Kipper und Sattelzugmaschine. Wobei die Kipper-Ausführungen von L 325 und L 330 nun aber einen Radstand von 4.200 Millimetern hatten.

MOTORISIERUNG MACHT DEN UNTERSCHIED

Einen weiteren Unterschied zwischen L 5000/5500 und L 325/L 330 machte die Motorisierung: Weiterhin 7,3 Liter Hubraum und 105 Millimeter Bohrung sowie 140 Millimeter Hub, aber eine Nennleistung von 125 PS kamen mit dem OM 325 im L 325. Beim L 330 blieb es zwar bei 125 PS, doch kam mit dem Motor OM 315/II ein größeres Aggregat unter die Haube, dessen 8,3 Liter Hubraum aus 112 Millimeter Bohrung bei weiterhin 140 Millimeter Hub resultierten.