1935 - 1941

LASTWAGEN TYP L 10 000

1935 - 1941

Ein noch schwereres Flaggschiff namens L 10 000 löste den L 8500 ab 1935 an der Pole-Position bei den schweren Lkw ab. Zehn Tonnen Nutzlast konnte dieser mächtige Lkw bieten, den ein neuer, 150 PS starker Diesel mit der Bezeichnung OM 54 (12,5 Liter Hubraum, 1.800/min Nenndrehzahl) auf maximal 75 km/h beschleunigte. Zum Verzögern konnte sich der Fahrer einer ersten servounterstützten Knorr-Druckluftbremse bedienen. Als Verbrauch wiesen die Unterlagen 38 Liter pro 100 Kilometer aus (ohne Anhänger).

SECHSZYLINDER ERSETZT ZWÖLFLITERDIESEL

Ab 1938 musste der Zwölfliterdiesel dem kleineren Sechszylinder OM 57 weichen, der die gleichen 150 PS aus 11,2 Liter Hubraum mobilisierte. Allzu große Stückzahlen fuhren die ungeschlachten, dreiachsigen Lkw aber nicht ein: Der Vorläufer N 56 brachte es auf 138 produzierte Einheiten, von dessen moderneren Kollegen L- und O 10 000 fertigte das Werk insgesamt exakt 481 Stück. Zum Vergleich: Die Renner L- und O 2000 produzierte Gaggenau mehr als 13.000-mal; der L- und der O 8500 als schwerste aller Zweiachser erreichten immerhin eine Stückzahl von 1.545 Einheiten.

Die großen Dreiachser waren trotz ihres ungeschlachten Wesens als Vorgriff auf den künftigen Fernverkehr ihrer Zeit vielleicht noch ein bisschen voraus. Der Wendekreisdurchmesser von 24 Metern hatte jedenfalls ein äußerst sperriges Zirkeln um die Kurven zur Folge.

NEUE BEZEICHNUNGSKÜRZEL

Generell stellte Daimler-Benz während der 30er-Jahre das Gewichtskürzel in der Typenbezeichnung von einer Ziffer auf deren drei bis fünf um, was nun der tatsächlichen Nutzlast in Kilogramm und nicht mehr in Tonnen (wie bis dahin üblich) entsprach.

Der L 10 000 von 1935 wurde mit Radstand 5.750 und 1.350 Millimeter angeboten und rollte mit einer 7.000 Millimeter langen Pritsche zum Kunden. Die Bereifung hatte die stolzen Dimensionen 12,75–20 extra. Ab 1938 änderte sich der Radstand auf 5.500 und 1.450 Millimeter, betrug die Pritschenlänge aber weiterhin 7.000 Millimeter. An Stelle der Bereifung 12,75–20 extra traten ab 1938 Pneus in der Größe 13,50–22 extra.

Zunehmend feiner abgestuft präsentierte sich das Lastwagenprogramm in den 30er-Jahren: Es begann mit dem Winzling L 300 (ein 170er-Kastenwagen mit 300 Kilogramm Nutzlast) und hangelte sich über den L 1000, die Lo 2000/2750/3000/3500 und L 5000 hinauf bis zu den Riesen, die die Ziffern 6500, 8500 sowie 10 000 im Namen führten.